Wie mein Körper versucht, mir etwas zu sagen – oder auch: Stress macht krank [Sonntagspost]

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Stress macht krank

Mein Körper ist der Meinung, ich brauche eine Auszeit.

Ich habe gelernt: Stress macht krank

Schon in der Ausbildung vor einigen Jahren war es bei mir so, dass sich mein Körper bei mir bemerkbar gemacht hat, wenn er zu viel Stress abbekommen hat. Nach meiner schriftlichen Abschlussprüfung war ich prompt 2 Wochen krank. Vollkommen unerwartet, denn vorher ging es mir körperlich richtig gut. Das viele lernen zum Ende der Ausbildung war aber scheinbar etwas, was mein Körper nicht so cool fand. Deswegen hat er mich ausgeknockt, als der Stress schlussendlich von mir abfiel.

Immerhin hat es sich gelohnt denn ich habe damals meine Ausbildung zur Steuerfachangestellten mit einer 2 abgeschlossen. Yay.

Ein paar Jahre lang hatte ich dann wirklich keine Lust mehr zu lernen und so hab ich die Möglichkeit einer Weiterbildung erstmal auf die lange Bank geschoben.

Das war auch gut und richtig so denn es macht keinen Sinn, so etwas anzufangen, wenn man nicht dahinter steht.

Fast 10 Jahre

Jetzt ist der Beginn meiner Ausbildung fast 10 Jahre her (KRASS! Ich fühl mich so alt, während ich das schreibe 😉 ) und ich arbeite sehr gerne in meinem Beruf. Durch verschiedene Denkanstöße und Veränderungen in meinem Leben habe ich dann im April 2016 mein Fernstudium zum Bilanzbuchhalter begonnen.

Da ich es im Fernstudium mache und das neben dem Vollzeit-Job recht anstrengend ist, habe ich mir von vornherein keinen Zeitdruck damit gemacht. Gute Entscheidung 🙂

Für den Abschluss der Weiterbildung muss ich 3 Prüfungsteile bestehen – Teil A (2 Klausuren), Teil B (4 Klausuren) und Teil C (mündliche Prüfung). Teil A hätte ich theoretisch schon im Herbst 2016 schreiben können. Ich habe mich aber dazu entschieden, die nächste mögliche Variante zu wählen und habe meine Prüfung im März 2017 abgelegt. Dafür habe ich diese dann auch auf Anhieb bestanden 🙂

Jetzt war es vor der ersten Prüfung letztes Jahr schon so, dass ich rund 3-4 Monate wirklich jeden Tag nach der Arbeit noch mindestens eine Stunde (oft aber auch mehr) gelernt habe. Wochenenden wurden auch zu einem Großteil mit lernen verbracht. Freizeit wurde klein geschrieben.

Stress macht krank

Weil ich unbedingt wollte und ein Sturkopf bin, sind mein Freund und ich dann eine Woche vor meiner Prüfung übers Wochenende nach Hamburg gefahren. Ausserdem hatte er Karten für die OMR Messe gewonnen. Wir waren beide schon vorher angeschlagen und sind trotzdem gefahren und direkt beide wirklich richtig krank geworden. Trotzdem waren wir auf der Messe, abends auf einem Konzert und sind natürlich viel in der Stadt rumgelaufen.

Nicht so schlau, oder?

In der Woche darauf war meine Prüfung – und ich hatte die schlimmste Grippe seit Jahren. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so erledigt war.

Stress macht krank

Jetzt steht in diesem März wieder die nächste Prüfung an – gleich doppelt so dick wie letztes Jahr. Und ich habe seit einem Jahr kontinuierlich gelernt und seit dem 1.1. wieder jeden Tag und jedes Wochenende. Und was soll ich sagen? Ich hab scheinbar einfach nicht draus gelernt. Mein Körper zahlte mir das direkt zu Beginn des Januars mit einer Blasenentzündung heim (die erste seit 5 Jahren…). Und jetzt habe ich wieder eine richtig dicke Erkältung – hoffentlich nur das.

Aber was soll man da machen?

Ich bewundere wirklich jeden, der in solch einer Stress-Situation sagen kann “Nein, ich lerne jetzt nicht und erhole mich bis ich wieder gesund bin”. Denn das ist etwas, was ich absolut nicht kann. Jeder Tag, an dem ich zur Zeit nicht lernen kann, ist ein verschwendeter Tag (übertrieben gesagt natürlich). Und ich fühle mich auch absolut nicht so gut, dass ich die Lernzeit jetzt nicht brauchen würde.

Ich höre schon relativ gut auf meinen Körper und glaube, dass ich gerade im letzten Jahr gut gelernt habe, näher bei mir und meinen Bedürfnissen zu sein.

Trotzdem sitze ich jetzt wieder hier und fühl mich nicht so toll weil es mich richtig erwischt hat. Weil ich mich übernommen habe und eben nicht auf meinen Körper gehört habe.

Wie schafft man es, auf seinen Körper zu hören und sich die Zeit dafür zu nehmen – auch wenn man sie nicht zu haben glaubt?

Wie ist das bei euch? Habt ihr einen Tipp für mich?

2 Gedanken zu „Wie mein Körper versucht, mir etwas zu sagen – oder auch: Stress macht krank [Sonntagspost]

  1. Guten Abend :-),
    erst einmal wünsche ich dir gute Besserung!
    Und zu deiner Frage: Ich denke, der erste Weg ist es, zu erkennen, dass Stress und die körperliche Reaktionen zusammen gehören. Neulich habe ich mit einer Freundin darüber diskutiert. Es ging darum, ob körperliche Beschwerden (egal ob eine Erkältung, Blasenentzündung, Durchfall usw.) immer etwas mit Stress zu tun haben müssen. Ich denke, dass es sehr häufig der Fall ist, aber viele Menschen Mühe haben, beides miteinander in Verbindung zu bringen. Wie du schon beschrieben hast, ging es dir nach der ersten Prüfung ja eigentlich gut.

    Bei mir hat das mit dem Stress viel mit Gedanken, Erwartungen und Ansprüchen an mich selbst zu tun. So bin ich beispielsweise sehr aufgeregt vor wichtigen Terminen wie beispielsweise Buchmessen. Ich neige dann dazu, sämtliche Szenarien durchzuspielen und mich verrückt zu machen, Inzwischen versuche ich – so verrückt es auch klingt – in der Gegenwart zu bleiben und zu schauen, wie es im Moment ist. Und ich habe irgendwo ein Fass Vertrauen in mir gefunden, dass irgendwie alles so kommen wird, wie es sein soll. (Das klingt jetzt mega philosophisch 🙂 ).

    Und ich mache abends, wenn ich im Bett liege, Atemübungen und versuche diese vor stressigen Situationen anzuwenden und ich bin richtig begeistert, dass es auch ohne besonderes Gruppen- oder Therapeutentraining funktioniert. (Wobei ich das jetzt keinesfalls abwerten möchte).

    Natürlich klappt das alles mal besser und mal schlechter, aber seit ich mit den Atemübungen angefangen habe, hab ich das Gefühl “Fortschritte” zu machen.

    Vielleicht hilft es dir ja etwas 🙂

    viele Grüße

    Emma

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