Penny L. Chapman – Pretend [Rezension]


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Selfpublishing


Titel: Pretend

Autor: Penny L. Chapman

Genre: New Adult

Erschienen: 07.12.2016

Verlag: Selfpublishing

Seiten: 346

erhältlich als: Taschenbuch, eBook

Reihe: ja, Teil 1/2

Erhältlich hier: Klick *

„FARREN

Ich höre die falsche Musik und mache nur Ärger. Meine Mutter hasst mich, obwohl ich alles tue, um ihr zu gefallen. Sie hat mir ein Ultimatum gestellt. Entweder gehe ich für ein Jahr nach Miami, um bei einem Freund meiner Eltern Disziplin zu lernen, damit ich ihre Firma übernehmen darf, oder sie setzen mich vor die Tür. Es hätte so einfach werden können, doch dann traf ich ihn.
Er lebt das Leben, von dem ich immer geträumt habe. Wild, frei, respektiert.
Er macht seine eigenen Regeln. Sein Name ist …

KIERAN

Sie hört die richtige Musik, ist laut und unberechenbar. In ihren Augen sehe ich dasselbe Feuer wie bei mir. Sie könnte perfekt sein. Doch etwas stimmt nicht mit ihr. Sie spielt das brave Mädchen und verstellt sich. Es macht mich rasend, denn ich habe etwas gegen Heuchler.“ [Quelle:klick]

Das Cover fand ich vom ersten Moment an klasse. Es zeigt Farren, ohne zu viel von ihr zu verraten. Ich finde, das Cover passt sehr gut zum Buch denn es spiegelt Farrens Zerrissenheit und ihr wildes neues Ich sehr gut wieder. Man erkennt auch auf den ersten Blick, dass es sich um einen Mehrteiler handelt, was ich auch immer gut finde.

Ich verglich mich gerne mit Büchern. Die, die im hintersten Regal verstaubten, weil niemand sie wollte. Mängelexemplare mit zerknitterten Seiten, Leserillen oder zerkratzten Einband.

[Ich weiß, mehr als ein Satz aber ich fand den ersten Absatz so treffend für Farrens Selbstbild]

Farren ist 18 und steht an einem Punkt in ihrem Leben, an dem sich ihre Zukunft entscheiden soll. Sie will die Firma ihrer Eltern übernehmen doch was so sicher und bequem klingt, ist alles andere als das. Ihre Eltern, insbesondere ihre Mutter, ist nämlich leider alles andere als ein liebevolles Vorbild für sie.

Farren wurde schon ihr ganzes Leben lang von ihrer Mutter misshandelt und hat sich so zu einer jungen Frau entwickelt, die sich selbst unterdrückt um ihrer Mutter gerecht zu werden. Und so zieht sich Farrens Kampf gegen sich selbst weiter, denn sie will nur eins: Es ihrer Mutter endlich Recht machen und so zu werden, dass sie stolz auf ihre Tochter ist und ihr die Firma überlässt.

Um zu so einem Menschen zu werden, schickt Farrens Mutter ihr Kind für ein Jahr zu ihrem Bekannten Logan Moore, der der Tochter Recht und Ordnung beibringen soll. Dass Farren darauf wenig Lust hat, ist klar, aber sie fügt sich in ihr Schicksal und ist insgeheim auch froh darüber, ihren Eltern für ein Jahr zu entkommen.

Bei Mr. Moore trifft Farren auf seinen Sohn Kieran, der mit seinen Tattoos und dem ausschweifenden Leben alles andere darstellt als den braven Mustersohn, den sie erwartet hat. Mit Kieran gibt es in Farrens Leben plötzlich einen Menschen, der ihre geliebte Rockmusik gut findet und der sie dazu anstachelt, endlich zu sich selbst zu stehen und allen anderen die Stirn zu bieten.

„Pretend“ ist nichts für schwache Nerven. Ich habe an der ein oder anderen Stelle die Zähne zusammenbeißen müssen und bin nicht vollkommen einverstanden, mit der Brutalität in diesem Buch. Es ist rau, wild und krass. Es ist nicht die 0815-Lovestory, die man bei New Adult Romanen als erstes vermutet. Und genau das ist es, was dieses Buch so besonders macht.

Farren unterdrückt alles, was sie ist, sie richtet sich damit selbst langsam zu Grunde. Anstatt den Kontakt zu ihrer gestörten Mutter abzubrechen und endlich ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, verbiegt sie sich immer mehr für ihren vorgezeichneten Lebensweg und geht sogar zu dem Bekannten der Familie, um dort zurechtgewiesen zu werden. Aber es dauert nicht lange bis sie Kieran kennenlernt und in ihm jemanden findet, der nur das macht was er will. Der sich alles nimmt, was er will und damit auf keinen anderen Rücksicht nimmt.

Kieran hat ein ausschweifendes Leben mit vielen Frauen, Gewalt und Partys. Farren ist zwiegespalten, schwankt sie doch zwischen Faszination und Abneigung.

Penny L. Chapman Pretend Unfolding 1 Reihe Cover Farren Kieran New Adult

Das Buch ist abwechselnd aus Farrens und Kierans Sichtweise erzählt, was nochmals massiv die Spannung steigert. In Kieran kann ich mich zwar hineinversetzen, seine Handlungen kann ich aber trotzdem oft nicht nachvollziehen. Seine „Methoden“, Farren zu einem eigenständigen Mensch, der für sich selbst einsteht und sich wehrt, zu machen, finde ich oftmals zu extrem. Trotzdem verfehlen sie ihre Wirkung nicht und die Wirkung lässt sich dann wiederum gut nachvollziehen wenn man die Story aus Farrens Blickwinkel betrachtet. Diesen Erzählstil finde ich sehr gelungen und passend für „Pretend“.

Farrens und auch Kierans Entwicklung hat mich absolut überzeugt. Beide Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, wenn auch nicht ohne Ecken und Kanten. Es gibt sicherlich viele Kritikpunkte, die man an „Pretend“ anbringen kann, trotzdem finde ich es als Gesamtwerk absolut stimmig.

Aufgrund der Gewaltszenen, die nicht zu unterschätzen sind, würde ich dieses Buch bzw. die Reihe nur an Leser über 18 Jahren empfehlen und denke, eine Trigger-Warnung wäre im Buch angebracht gewesen. „Pretend“ ist nichts für Menschen, die zart besaitet sind oder Probleme mit Gewaltdarstellungen, vor allen im Bezug auf Sex, haben.

Das Wilde und Rohe an diesem Buch mochte ich aber dennoch, es wirkte sehr authentisch. Penny L. Chapman steigt mit „Pretend“ direkt sehr eindrucksvoll in den Buchmarkt ein und landet einen Treffer. New Adult wird neu erfunden: Nicht kitschig, nicht billig, einfach roh, ehrlich und vor allem: Mit Suchtgefahr.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Penny L. Chapman

 

Penny  lebt mit ihrer Familie und Hund in Nordrhein–Westfalen. Wenn sie gerade nicht schreibt, denkt sie ans Schreiben, liest oder denkt sich verrückte Dinge aus, die ihre Freunde und Familie in den Wahnsinn treiben. Sie liebt Regen, Herbst und Musik und würde am liebsten in einer Holzhütte in Maines Wäldern leben. Penny schreibt New Adult Romane, deren Protagonisten Ecken und Kanten haben. Über ihre Geschichten sagt sie, dass der Leser auf alles gefasst sein muss. Pretend ist ihr Debütroman und der erste Band der Unfolding Serie.

 

 

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