Patrick Ness – Das Morgen ist immer schon jetzt [Rezension]

cbj | Randomhouse



Titel:
Patrick Ness
Autor: Das Morgen ist immer schon jetzt
Genre: Jugendbuch | Fantasy
Erschienen: 27.06.2016
Verlag: cbj | Randomhouse
Seiten: 320
erhältlich als: Hardcover, eBook
Reihe: nein

„Was, wenn man NICHT einer der Außerwählten ist, wie sie immer in den Büchern beschrieben werden? Wenn man nicht der Held ist, der sonst üblicherweise die Zombies bekämpft, oder die Seelenesser oder was immer gerade das nächste unheilbringende Wesen sein mag, das die Welt bedroht. Was, wenn man einer ist wie Mikey? Der einfach nur seinen Abschluss hinbekommen möchte und zum Schulball gehen und vielleicht irgendwann den Mut aufbringen, Henna um ein Date zu bitten – bevor irgendjemand die Schule in Schutt und Asche legt. Wieder mal. Denn manchmal gibt es stinknormale Probleme, die echt wichtiger sind als der nächste Weltuntergang, und angesichts derer man erkennt, dass das eigene ganz normale Leben absolut einzigartig und außergewöhnlich ist.“[Quelle:klick]

 

Das Cover gefällt mir gut und ich finde, die Jugendlichen wurden sehr gut getroffen. Es ist unaufgeregt und angenehm und passt deswegen gut zu den Charakteren.

An dem Tag, an dem wir das Indie Kid Finn als Letzte lebend sahen, hingen wir alle auf dem Feld ab und redeten über die Liebe und den Leib.

Mike und seine Freunde sind ein eingeschworenes Team. Seine gute Freundin Mel ist ebenso eine seiner zwei Schwestern und die beiden stehen sich sehr nahe. Kurz vor ihrem Schulabschluss müssen Mike, Mel, Henna und Jared einige seltsame Vorkommnisse verarbeiten und mehr denn je zusammen halten. Dabei sind sie völlig auf sich gestellt weil die Erwachsenen ihre eigenen Probleme haben und sich aus dem Leben der Jugendlichen weitestgehend zurückhalten.

Die Charaktere in „Das Morgen ist immer schon jetzt“ sind so angelegt wie die Nebencharaktere einer anderen Geschichte. Sie spielen nicht die Hauptrolle, sind keine Helden und sorgen nicht für die Bekämpfung irgendwelcher Ungeheuer ohne ähnliches. Sie versuchen nur zu überleben und mit ihren eigenen Problemen zurecht zu kommen.Dieser Ansatz gefällt mir gut, allerdings fand ich ihn auch ziemlich verwirrend. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mit dem doch nicht unerheblichen Fantasy-Anteil des Buchs nicht gerechnet hatte. Der Fantasy-Teil ist für mich auch einfach nur albern und unpassend. Ich verstehe nicht, wieso man untote Hirsche oder sterbende Jugendliche, die man die Indie-Kids nennt, für diese Geschichte braucht. Der ganze Fantasy-Einschlag zieht das Buch in meinen Augen leider sehr ins Lächerliche. Also jetzt mal ehrlich: Ein schwuler Jugendlicher, der der Gott der Katzen ist und heilende Kräfte hat und nur seine Freunde wissen es? Sowas hab ich bei einem Buch, das vom Verlag als „Realistischer Roman“ eingestuft wird, wirklich nicht erwartet.

Viele Vorkommnisse im Buch werden leider auch gar nicht aufgeklärt, auch wenn sie für die Persönlichkeitsentwicklung der Protagonisten von Bedeutung gewesen sind. Sowas finde ich ärgerlich und das hat für mich den Anschein die Leser für eine Fortsetzung warm halten zu wollen. Mich kriegt aber keiner dazu, hier eine eventuelle Fortsetzung zu lesen.

Die Protagonisten selber fand ich zum größten Teil sympathisch, vor allem Mike, der mit großen Selbstzweifeln und Zwangsstörungen zu kämpfen hat. Die größten Teile des Buchs waren mir aber zu unrealistisch, zu wirr und zu unstrukturiert.

Die einzige Aussage, die man in das Buch hineininterpretieren kann ist, dass echte Freundschaft alles überwindet und Freunde immer zusammen halten. Für diese Aussage hätte man aber das ganze nervige Drum herum wirklich nicht gebraucht.

Für mich war dieses Buch leider leider Zeitverschwendung und ich kann nur 1 von 5 Sternen vergeben.

Patrick Ness wuchs in den Vereinigten Staaten und auf Hawaii auf. Seit Ende der 90er-Jahre lebt er in London und ist dort als Literaturkritiker für die Tageszeitung The Guardian tätig. Für seine Kinder- und Jugendbücher wurde er mehrfach ausgezeichnet, er gewann unter anderem den renommierten Costa Children’s Book Award und war auf der Auswahlliste für die Carnegie Medal.

Hier geht es zur Leseprobe!



Vielen Dank an das Bloggerportal  für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.