Alexandra Newski – Fuck off/on [Rezension]



Titel: Fuck off/on
Autor:  Alexandra Newski
Genre: Roman | Erotik
Erschienen: 01.05.2011
Verlag: Schwarzkopf Verlag
Seiten: 288
erhältlich als: Taschenbuch, eBook
Reihe: nein

„Das Leben ist ein seltsam-interessantes Ding. Es kann alles passieren. Das bemerkt die junge Russin Eli, als sie nach Berlin zieht, um zu studieren. Weit weg von zu Hause will Eli ihre lang ersehnte Freiheit so richtig auskosten. 
Beim Shoppen lernt sie die faszinierende, lebenslustige Vicki kennen, mit der sie schon bald zusammenzieht. Gemeinsam stürzen sie sich in ein wildes Abenteuer aus Partys, Spaß und Affären. 
Doch die Freundschaft der beiden Mädchen wird immer wieder auf die Probe gestellt. Eli entdeckt überraschende Seiten an Vicki und spürt bald, wie sehr ihre Freundin mit ihr konkurriert. Sie lässt sich von Vicki herausfordern und beginnt ein waghalsiges erotisches Spiel … “ [Quelle:klick

Das Cover ist ziemlich provokativ mit der nackten Autorin darauf, wobei man von ihrer Nacktheit nichts anstößiges sieht. Ich finde sie sehr hübsch, hätte mir aber für das Buch auch ein anderes Cover vorstellen können, zumal die Rückseite das selbe Bild zeigt. Das Buch ist zwar erotisch angehaucht aber das Cover lässt doch noch mehr Erotik vermuten, als das Buch wiedergibt. Den Titel finde ich leider auch aus dem selben Grund nicht besonders gut gewählt. 

Ich wachte auf, machte die Augen aber noch nicht auf, sondern lauschte nur den leisen Geräuschen, die zu mir durchdrangen.

Die junge Russin Eli kam als Kind mit ihren Eltern nach Deutschland und wuchs dort sehr behütet weiter auf. Sie fügte sich in das Leben der Deutschen ein und stellt ihre Wünsche und Träume oft hintenan – bis sie das heimische Nest verlässt um in Berlin zu studieren. Dort lernt Eli das wahre Leben kennen, lernt ihre Freiheit und Ungebundenheit lieben und als sie die durchgeknallte Männer-fressende Vicky, die auch ihre Wurzeln in Russland hat, kennenlernt, ist es ganz um Eli geschehen. In Windeseile ziehen die beiden in eine WG zusammen und machen gemeinsam Berlin unsicher. 

Eli wuchs sehr behütet auf und lässt mit Vicky in Berlin die Sau raus. Sie nimmt sich alle Freiheiten, die sie bisher nie ausgelebt hat, und kommt voll auf ihre Kosten während sie scheinbar nebenbei noch ein wenig studiert. Vor allem sexuell lebt sie sich vollkommen aus und beginnt sogar einen Wettstreit mit Vicky, in dem es darum geht wer die meisten und tollsten Männer ins Bett bekommt. 

„Man musste irgendwann Abschied nehmen, auch von alten Beziehungen und Freundschaften – so wie man alte Kleidung aussortierte, weil man die Sachen nie wieder tragen würde. Einfach, weil die Zeit abgelaufen war.“ – Seite 285

Während Vicky sich immer mehr in diesen Wettstreit und ihr ansonsten eher trübes Leben hineinsteigert, merkt Eli nach und nach dass nicht nur Sex im Leben zählt. Sie schließt Freundschaften, kümmert sich um ihr Studium und ihren Nebenjob und hat dennoch weiterhin Zeit für Männerbekanntschaften.
Diese Männerbekanntschaften sind für mich ziemlich plump, bei Vicky schlimmer als bei Eli aber trotzdem war es doch etwas übertrieben. Man gewinnt leicht den Eindruck, dass Männer keine Gefühle haben, absolut unwichtig und nur zum Sex zu gebrauchen sind. Maximal können sie noch Geld für die Frauen springen lassen aber dann war es das auch schon mit ihrem Einfluss. Das finde ich sehr schade und da hat mir auch das Ende des Buchs nicht gereicht um das Ruder noch mal rumzureißen. 

„Man sollte die Freundschaften und das Leben selbst mit dem Sieb der Erfahrungen und persönlichen Wünsche sieben und alles, was im dünnmaschigen Netz bleibt entfernen. Man sollte die Gespräch und den Kreis der Freunde sorgfältig wählen und nur das behalten, was einem Spaß und Zufriedenheit bringt.“ – Seite 286

Die Geschichte rund um die Frauenfreundschaft und vor allem die Entwicklung von Eli in dieser Hinsicht finde ich gut gelungen. Durch den nüchternen Schreibstil gehen hier aber leider einige Emotionen verloren. Der Schreibstil ist eher erzählend, in kurzen auf den Punkt gebrachten Sätzen. Man hätte hier aber deutlich mehr ausschmücken können um der Geschichte mehr Gefühl zu verleihen. Es wirkt doch alles ziemlich gefühllos, was ich schade finde. Das ist sicherlich Geschmackssache aber ich persönlich hätte mir da einen etwas anderen Erzählstil gewünscht. 
Man merkt doch deutlich, dass es sich bei „Fuck off/on“ um den Debutroman der Autorin handelt. Ich sehe aber durchaus Potential bei Alexandra Newski und wäre deswegen auch nicht abgeneigt, noch mal etwas von ihr zu lesen.
Generell war „Fuck off/on“ kurzweilig und eine nette Lektüre für zwischendurch und deswegen vergebe ich 3 von 5 Sternen.

Alexandra Newski wurde 1979 im sibirischen Nowosibirsk in eine deutsch-russische Familie geboren und verbrachte ihre Kindheit in Russland, bevor sie mit ihrer Familie nach Deutschland immigrierte. Diese Erfahrung stellte ihr Weltbild auf den Kopf, schärfte aber auch ihren Beobachtungssinn. Überflutet von neuen Reizen begann sie zu schreiben, um ihre Eindrücke festzuhalten. Alexandra Newski studierte Ingenieurwissenschaften in Berlin und arbeitet inzwischen in einer PR-Agentur. »Fuck off/on« ist ihr Debütroman.

Hier geht es zur Leseprobe!


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