Kevin Brooks – Candy [Rezension]

Candy Kevin Brooks Roman dtv Verlag Cover

dtv Verlag


Titel: Candy

Autor: Kevin Brooks

Genre: Roman

Erschienen: 01.10.2006

Verlag: dtv

Seiten: 432

erhältlich als: Taschenbuch, eBook

Reihe: nein

Erhältlich hier: klick *

„Am Bahnhof King’s Cross begegnet Joe Candy – und eine Geschichte nimmt ihren Lauf, die völlig unwahrscheinlich ist: die Geschichte von der Liebe eines Arztsohns aus einem gediegenen Londoner Vorort zu einem heroinsüchtigen Mädchen vom Straßenstrich in einem der härtesten Viertel der Stadt. Was nie hätte passieren sollen, geschieht doch: Joe trifft Candy im Zoo, wo sie sich im Dunkel des Nachttierhauses küssen, er schreibt ihr, wie in Trance, einen Song, lädt sie zu einem Konzert seiner Band in einem Club ein.

Die Bedrohung durch ihren Zuhälter Iggy, der versichert hat, Joe die Kehle durchschneiden zu wollen, wenn er nicht die Finger von Candy lässt, blendet er aus. Bis es fast zu spät ist. Bis er und Candy vor Iggy durch halb England fliehen müssen. Aber Candy ist durch ihre Sucht an Iggy gebunden, der ihr Stoff beschafft – wie kann Joe sie da retten? Hat er gegen dieses Milieu eine Chance – und will Candy überhaupt gerettet werden?“ [Quelle: klick]

Das Cover ist schlicht und zeigt eine junge Frau, die wohl Candy darstellen soll. Ich stellte mir beim lesen Candy etwas anders vor aber das stört mich nicht so sehr. Das Cover finde ich unaufgeregt, passend aber nicht überragend.

Es ist schwer, mir das Leben vor Candy zurück ins Gedächtnis zu rufen.

Eigentlich ist es ein nicht besonders toller aber auch nicht besonderer Tag für den Jugendlichen Joe Beck. Alles was er zu tun hat ist nachmittags in die Praxis eines Bekannten seines Vaters zu fahren, um seine Beule am Handgelenk untersuchen und entfernen zu lassen. Lästig, aber notwendig.

Dafür fährt er nach London und dort verändert sich für ihn alles. Denn am Bahnhof sieht er Candy, die ihn sogar anspricht. Er ist vollkommen fasziniert von ihr und vom ersten Augenblick an kann er nur noch an Candy denken. Was er zu dem Zeitpunkt noch nicht realisiert, ist, dass Candy keine normale Jugendliche ist sondern eine Prostituierte, die zudem auch noch höchst Heroin abhängig ist.

„Joe, wieso stürzt du dich nur so in dein Unglück?!“ war einer meiner ersten Gedanken beim lesen dieses Buchs. Das trifft es auch ganz gut, denn Joes mehr oder weniger heile Welt gerät ziemlich schnell vollkommen aus den Fugen, als er Candy kennenlernt. Noch am ersten Tag begegnet er aber auch ihrem Zuhälter Iggy, ohne es jedoch zu realisieren. Aber Iggy macht schon an diesem Tag mächtig Eindruck auf ihn, Joe hat nicht zu Unrecht Angst vor dem riesigen Mann, der wirkt als würde er über Leichen gehen.

Aber die Anziehung zu Candy ist größer als Joes Angst und so trifft er sich schnell mit ihr und verliebt sich hoffnungslos.

Joe ist ziemlich naiv, einem Alter entsprechend denke ich. Er weiß nicht so recht, wie ihm geschieht und will einfach nur Zeit mit Candy verbringen und ihr helfen. Er versteht die Drogen-Welt, in der die junge mysteriöse Frau lebt, überhaupt nicht und unterschätzt die Gefahr, die von Iggy und seinen Handlangern ausgeht. Diese Naivität fand ich wahnsinnig gut getroffen und authentisch. Die Story um Candy ist dafür nicht ganz so glaubwürdig denn ihre Eltern spielen kaum eine Rolle und scheinen sich auch für ihr Schicksal nicht zu interessieren.

Auch die Rolle der Polizei ist quasi nicht vorhanden, was ich durchaus als Kritikpunkt an „Candy“ sehe. Aber trotzdem hat dieses Buch einen so unglaublich großen Sog auf mich gehabt, dass ich es in kurzer Zeit verschlungen habe und mir eine Fortsetzung sehr wünschen würde.

Die Story ist absolut fesselnd, die Charaktere mochte ich sehr. Das Ende hat noch mal ordentlich Spannung drauf gelegt. Kevin Brooks hat es jetzt schon zum zweiten Mal geschafft, mich richtig zu packen. Mit einem schwierigen Thema, glaubwürdigen Charakteren, ganz viel Gefühl und einem packenden Schreibstil mausert er sich so langsam unter meine Lieblingsautoren.

Ich kann nicht anders als 5 von 5 Sternen zu vergeben!

Kevin Brooks Autor Candy

Kevin Brooks, geboren 1959, wuchs in einem kleinen Ort namens Pinhoe in der Nähe von Exeter/Südengland auf. Er studierte in Birmingham und London. Sein Geld verdiente er lange Zeit mit Gelegenheitsjobs. Seit dem überwältigenden Erfolg seines Debütromans ›Martyn Pig‹ ist er freier Schriftsteller.

Für seine Arbeiten wurde er mit renommierten Preisen ausgezeichnet, u.a mehrfach mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis sowie der Carnegie Medal für „Bunker Diary“. Seit einiger Zeit schreibt er auch Kriminalromane für Erwachsene.

Hier geht es zur Leseprobe!

 

Hier findet ihr eine weitere Rezension zu einem Buch von Kevin Brooks:

Bunker Diary Cover Kevin Brooks Rezension dtv Verlag

 

 

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