Da wo ein altes Jahr endet beginnt ein neues Abenteuer

 

Wer kennt das nicht?
Das alte Jahr endet, ehe man die Weihnachtsfeiertage ganz verarbeitet hat und ehe man sich versieht steht man mit seinen Freunden zusammen, stößt mit einem Glas Sekt an, küsst den Partner um Null Uhr und begrüßt ein neues, frisches, jungfräuliches Jahr.

Das Feuerwerk knallt, die Luft riecht nach Rauch und einem Neubeginn. Das Strahlen in der Augen der liebsten Menschen verrät, dass sie Träume für dieses neue Jahr haben. Wünsche. Pläne schmieden.

Die Freunde, die das Feuerwerk angsteinflößend finden, die sind vielleicht weniger euphorisch. Doch auch sie haben dieses Funkeln in den Augen und auch die größten Party-Muffel wünschen dennoch ihren Liebsten am nächsten Tag ein „Frohes neues Jahr!“.

Und dann bricht der Januar an, man ist im besten Fall motiviert, alles anders zu machen und nicht mit den Fehlern des letzten Jahres ein neues zu beginnen und dann kommt sie die Frage, die man scheinbar verpflichtet ist, adäquat zu beantworten:

„Was sind denn deine guten Vorsätze?“

Da gibt es so einige Fragen, die ich mir selbst stelle.

          1. Wie lange halten Vorsätze vor?

Hast du auch schon mal einen Vorsatz im März wieder fallenlassen, vielleicht sogar schon im Februar? Weil du die Disziplin für mehr Sport, weniger Alkohol oder den neuen Job nicht hattest? Kenn ich. Kenn ich sogar gut. Wieso aber lernen wir so selten daraus? Wieso sagen wir uns jedes Jahr wir wollen endlich wieder ins Fitnessstudio gehen, welches wir sowieso schon seit dem letzten Silvester bezahlen? Wieso haben wir nicht den Antrieb aus unserem Inneren, um es zu schaffen? Ich glaube daran, dass wir nur das schaffen, was wir wirklich wollen. Und umgekehrt müssen wir das, was wir schaffen wollen, auch wirklich fühlen.

Das ist meiner Meinung nach der Grund, wieso die meisten Vorsätze schnell wieder abgehakt sind.
„Ach, mach ich wann anders“ oder „vielleicht in 1-2 Monaten“.
„Jetzt ist nicht die richtige Zeit dafür“

          2. Warum zu Silvester?

Wo kommt das her, dieser Glaube man könne im neuen Jahr alles anders machen? Wieso nimmt man für diese Vorsätze nicht einfach sein persönliches neues Lebensjahr? Wieso schmiedet man die typischen Silvesterpläne nicht einfach an seinem Geburtstag? Wann ist tatsächlich die richtige Zeit für Vorsätze?
Brauchen wir womöglich die Macht der Gemeinsamkeit, um unsere bad habits zu überwinden? Können wir das nicht alleine oder werden wir so mitgerissen von der positiven Energie am letzten Tag des Jahres, dass wir denken jetzt ist genau der richtige Moment, um sein Leben zu ändern? Meinen wir es überhaupt ernst mit den Vorsätzen und wenn nein: wieso nehmen wir uns dann diese Dinge immer wieder zwanghaft vor?

          3. Gibt es „schlechte“ Vorsätze?

Ich finde Pläne, die man schmiedet, grundsätzlich gut. Man nimmt sich ja etwas vor, was man in seinem Leben verbessern möchte oder was einem schon jetzt so gut gefällt, dass man es beibehalten will. Niemals hab ich mir etwas negatives vorgenommen oder geht es euch da anders? Ich denke diese „guten Vorsätze“ sind eine Floskel, die man halt so sagt. Gut oder schlecht, das ist eine Einordnung in Schubladen, die für jeden anders aussehen. Da geht es um Bewertung.
Bewertet ihr die Vorsätze der anderen? Wenn euch jemand sagt, sein guter Vorsatz sei das Rauchen aufzugeben, denkt ihr euch dann insgeheim „Ach, das schafft der eh nicht!“? Wenn ihr hier ganz klar für euch sagen könnt, dass ihr das noch nie getan habt: Respekt. Ich hab das schon getan. Ich hab schon häufig Pläne und Aktionen von Menschen in meinem Umfeld bewertet. Und da sind wir genau bei meinem Thema.

 

Ich möchte weniger bewerten und mich weniger ärgern.
Ich möchte mein Leben zu etwas positivem machen, denn das ist es: etwas positives. Es ist Glück. Es sollte auch Zufriedenheit sein. Es sollte ein Miteinander sein und kein Gegeneinander.

Ich möchte weniger Konkurrenz und weniger Abgrenzung.

Und das ist verdammt schwer denn das möchten Menschen in meinem Umfeld nicht. Diesen negativen Menschen, die für eine destruktive Umgebung sorgen, kann man nicht immer aus dem Weg gehen. Das würde riesige Schritte für mich bedeuten und so weit bin ich noch nicht. Ich fange mit kleinen Schritten an. Damit ich eben nicht nach ein paar Monaten mit einem Schulterzucken sage „Ach, waren ja nur Vorsätze“.

Das sind keine Vorsätze.
Ich will diese Veränderung in meiner Einstellung nicht ab sofort zu 100% durchziehen. Das kann ich auch gar nicht. Das ist ein Prozess und ich möchte ihn durchlaufen und ich habe schon damit angefangen. Ich ärgere mich weniger. Ich lasse die Leute mehr reden und mach was ich für richtig halte. Natürlich nicht ohne Rücksicht zu nehmen aber ich nehme dabei jetzt auch mehr Rücksicht auf mich. Ich lasse mich nicht mehr so sehr stressen von Dingen, die ich nicht ändern kann.

 

 

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