Neal Shusterman – Vollendet I [Rezension]


Titel:
 Vollendet
Autor:  Neal Shusterman
Genre: Jugendbuch | Dystopie
Erschienen: 01.08.2012
Verlag: Fischer Verlag
Seiten: 432
erhältlich als: Hardcover, Taschenbuch eBook
Reihe: ja, 1 / 4

„Jeder hat das Recht zu leben – bis zu seinem 13. Geburtstag …

Der 16-jährige Connor hat ständig Ärger. Risa lebt in einem überfüllten Waisenhaus. Lev ist das wohlbehütete Kind strenggläubiger Eltern. So unterschiedlich die drei auch sind, eines haben sie gemeinsam: Sie sind auf der Flucht. Vor einem Staat, in dem Eltern ihre Kinder im Alter von 13 bis 18 Jahren „umwandeln“ lassen können.
Die Umwandlung ist schmerzfrei. Jeder Teil des Körpers lebt als Organspende in einem anderen Organismus weiter. Aber wenn jeder Teil von dir am Leben ist, nur eben in jemand anderem … lebst du dann, oder bist du tot?“ [Quelle:klick

Das Cover ist sehr simpel aber trotzdem hat es wie ich finde einen hohen Wiedererkennungswert. Das ist auf jeden Fall ein Buch was man als Hardcover haben sollte.

„Du kannst dich verstecken!“

Nach einem Krieg zwischen Abtreibungsgegnern und – Befürwortern wurde ein neues Gesetz erlassen, die sogenannte „Charta des Lebens“. Diese hat aber eher weniger mit dem Leben zu tun als mehr mit dem Tod denn dieses Gesetz besagt, dass das Leben eines Menschen vom Zeitpunkt der Empfängnis an unantastbar ist – aber nur bis zum 13. Lebensjahr. 

Zwischen dem 13. und dem 18. Lebensjahr können Eltern ihr Kind sozusagen nachträglich „abtreiben“. Sie können es umwandeln lassen. Dabei wird jeder einzelne Körperteil des Jugendlichen als Transplantat an andere Menschen, die es benötigen, verteilt und angeblich soll der umgewandelte Mensch so weiterleben können. In ganz vielen kleinen Einzelteilen existiert der Jugendliche auch nach seiner Umwandlung und um diese Umwandlung ranken sich die grausigsten Gerüchte.

Connor, Risa und Lev sind drei dieser Jugendlichen, die unabhängig voneinander vor ihrer Umwandlung fliehen und dessen Wege sich kreuzen. 

Die Kapitel in „Vollendet“ handeln jeweils von einem anderen Protagonisten, wodurch man als Leser schnell in die einzelnen Welten von Conner, Risa und Lev abtauchen kann. Aber auch in die Sicht von Polizisten, Lehrern oder anderen Nebenfiguren bekommen wir kurze Einblicke, was das Buch sehr lebendig und abwechslungsreich macht. 
Das Zukunftsszenario, das in „Vollendet“ gezeichnet wird, ist ziemlich brutal denn wer bringt sein Kind nach 13 Jahren Lebenszeit um? Wer lässt sich einreden, dass es okay ist, sein Kind umzuwandeln und wer würde wirklich daran glauben, dass man nach einer Umwandlung weiterlebt und es ggf. sogar besser hat? Ist das wirklich denkbar? 
Diese Welt ist zum jetzigen Zeitpunkt natürlich rein medizinisch schon nicht möglich. Doch sind wir wirklich so weit davon entfernt, wie wir glauben? Eine andere Neuerung der Gesetze wird in „Vollendet“ auch dargelegt: Das „storchen“ von Kindern. Wenn man ein Baby hat und es einem Fremden vor die Haustür legt dann gehört es der Familie die dort wohnt, außer man wird erwischt. Das halte ich für nicht besonders utopisch und finde das sehr erschreckend mir vorzustellen, dass unsere Welt vielleicht in Zukunft auch so aussehen könnte. 
Generell sind viele Teile des Buchs für mich vorstellbar, andere jedoch sehr abwegig und genau diese Mischung machte das Lesen für mich zu einem sehr kurzweiligen, spannenden Vergnügen und diesen ersten Teil als absolut süchtig machenden Reihen-Auftakt. Neal Shusterman trifft mit diesem Buch genau meinen derzeitigen Lese-Nerv und ich freue mich jetzt schon sehr auf Teil 2, von dem ich euch bestimmt schon bald berichten werde.
Ich bin total angefixt und vergebe 5 von 5 Sternen.

Neal Shusterman, geboren 1962 in Brooklyn, USA, schrieb seine ersten Geschichten bereits zu Schulzeiten. Er studierte in Kalifornien Psychologie und Theaterwissenschaften, mittlerweile widmet er sich ganz dem Schreiben von Jugendbüchern und Drehbüchern für Fernsehserien und Spielfilme. Sein Romanzyklus ›Vollendet‹ wurde vielfach ausgezeichnet.

Hier geht es zur Leseprobe!


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