Hugh Howey – Silo [Rezension]

Titel: Silo
Autor: Hugh Howey
Genre: Roman
Erschienen: 12.03.2013
Verlag: Piper
Seiten: 534
erhältlich als: eBook, Taschenbuch, Hardcover, Hörbuch
Reihe: ja, 1/2

„Seit Generationen leben die Menschen unter der Erde. Was aber, wenn das
Leben im Silo nicht das ist, was es zu sein scheint? Was, wenn der Blick
nach draußen nicht durch eine Scheibe, sondern auf einen Bildschirm
fällt? – Dann wird Neugier lebensgefährlich. Selbst für Juliette
Nichols, die für die Sicherheit im Silo verantwortlich ist …
Drei
Jahre nach dem mysteriösen Tod seiner Frau Allison setzt Sheriff Holston
seiner Aufgabe ein Ende und entschließt sich, die strengste Regel zu
brechen: Er will das Silo verlassen. Doch die Erdoberfläche ist hoch
toxisch, ihr Betreten bedeutet den sicheren Tod. Holston nimmt das in
Kauf, um endlich mit eigenen Augen zu sehen, was sich hinter der großen
Luke befindet, die sie alle gefangen hält. Seine Entdeckung ist ebenso
ungeheuerlich wie die Folgen, die sein Handeln nicht zuletzt für seine
Nachfolgerin Juliette hat …“ [Quelle:klick

Zum Cover muss man nicht viele Worte verlieren. Es ist schlicht und zeigt das Innere eines Silos, den Blick von unten nach oben gerichtet. Es sind keine Menschen zu sehen. Den Lichtschein, der von oben in das Silo hineinfällt, könnte man als Hoffnungsschimmer der Menschen, die dort wohnen, interpretieren.
Die Kinder spielten, als Holsten in den Tod hinaufstieg.
 

Das Silo ist die einzige Chance in der Welt zu überleben denn alles was oberhalb der Erdoberfläche liegt, befindet sich in vergifteter Luft. Ohne Schutzanzug mit ausreichender Luftzufuhr kann niemand außerhalb des Silos überleben und so leben die Menschen seit Jahrhunderten unterhalb der Erde. Sie haben sich eine eigene Gesellschaftsform aufgebaut, in der das Staatsoberhaupt der Mayor ist, darunter gibt es einen Sheriff und danach folgt die IT-Abteilung, die ihre Macht gern ausspielt. 

Aufgeteilt ist das Silo in über 100 Stockwerke, wobei die Nummerierung auch dem gesellschaftlichen Stand entspricht. So leben die Regierenden ganz oben in den ersten Stöcken und weiter als zur Mitte des Silos kommen sie selten herunter. Ganz unten lebt die Mechanik, dazwischen gibt es noch Säuglingsstationen, Farmen und die IT. 

Das Buch „Silo“ ist in 5 Teile unterteilt, die man übrigens auch alle einzeln kaufen kann. Teil 1 gibt es als kostenlose Leseprobe, ich werde sie euch unten verlinken damit ihr euch einen eigenen Eindruck verschaffen könnt.

Innerhalb der einzelnen Teile verändert sich mehrmals die Perspektive, aus der geschrieben wurde. In Teil 1 beginnen wir mit Houlsten, dem Sheriff des Silos. Er hat vor 3 Jahren seine Frau bei einer Reinigung verloren und entschließt sich nun hinterher zu gehen. Reinigung – so wird es im Silo genannt wenn jemand zum Tode verurteilt wird. Dieser Verurteilte wird in einen Schutzanzug gesteckt und aus dem Silo gelassen, wo er dann kurz vor seinem Tod die Kameralinsen reinigen muss, die den Silobewohnern die Außenwelt zeigen.

Doch ist das was man durch diese Linsen sehen kann, wirklich die Realität oder ein genialer Weg die Menschen im Silo zu manipulieren? 

Als Houlsten zur Reinigung antritt dämmert es dem Leser, dass hier nicht alles so ist wie es scheint. Und seine Nachfolgerin Juliette findet nach und nach mehr heraus, was im Silo vor sich geht.

 
Es ist unmöglich, mehr vom Inhalt wiederzugeben ohne zu viel zu verraten und die Spannung soll euch ja nicht genommen werden wenn ihr es lest. 
Die Perspektivenwechsel fand ich zu Beginn noch ziemlich verwirrend da ich dachte er wäre der Hauptprotagonist und ich irritiert war, als die Perspektive im zweiten Teil auf Mayor Jahns, die Regierende im Silo, gewechselt wird. Wenn man sich darauf einlässt wird man aber sehr schnell in die Geschichte gezogen und ziemlich schnell wurde jeder neue Perspektivenwechsel gemein weil es die Spannung unterträglich machte. Ich wollte unbedingt wissen wie es mit den einzelnen Personen weiterging.
Ich finde jede einzelne Person gut herausgearbeitet, auch wenn einige davon leider nicht das ganze Buch überleben. Für meinen Geschmack starben zu schnell zu viele Protagonisten doch das passt leider sehr gut zum Buch an sich denn es geht ja schließlich darum, wie man überleben kann wenn die Erde nicht mehr belebt werden kann.
„Denn manchmal, wenn ich hier sitze und hinausgucke und sehe, wozu diese Welt uns treibt – das versetzt mir einen Stich, […]. Einen Stich mit einer sehr langen Nadel.“ – Seite 54
Innerhalb des Silos haben sich scheinbar alle Menschen mit ihrem Schicksal abgefunden. Die Welt ausserhalb des Silos ist unbewohnbar – doch wie es dazu gekommen ist weiß kaum jemand. Das Wissen aus der Welt, wie wir sie kennen, wir streng bewacht und so gut wie niemandem zugänglich gemacht um Aufstände zu verhindern und die Organisation innerhalb des Silos aufrecht zu erhalten. Alle Menschen haben ihren Platz und sobald jemand auf „falsche“ Gedanken kommt wird er zur Reinigung an die Luft gesetzt und die Reinigung bringt den sicheren Tod durch die vergiftete Luft.  
Menschen waren
wie Maschinen. Sie gingen kaputt, sie lärmten, und wenn man nicht
vorsichtig war, dann konnten sie zur Gefahr werden. – Seite 134
Selbst Mayor Jahns findet das alles schrecklich und möchte am liebsten keine Menschen zur Reinigung schicken, doch ihre Position verlangt es von ihr und so bleibt auch sie der ewig gleichen Routine treu.
Erwarteten sie wirklich von ihr, dass sie den Silo verstand? In Wahrheit befolgte auch sie nur die Regeln, es funktionierte einfach weiter, Jahr um Jahr um Jahr. – Seite 57
Meiner Meinung nach ist „Silo“ ein sehr treffendes Abbild unserer Gesellschaft. Auch wenn wir mit dem Leben der Silobewohner zur Zeit wenig gemein haben leben wir doch ebenso wie sie seit Jahrhunderten in der selben Ordnung. Wir tun Dinge, die vor uns schon tausende getan haben und das ist der einzige Grund wieso wir sie tun. Wir hinterfragen zu wenig und im Grunde wissen wir auch nicht ob es nicht vielleicht ein noch besseres Leben für uns geben könnte, wenn wir es täten. 
Irgendetwas oder irgendjemand hatte immer eine Macke. – Seite 134
Doch irgendwann ist es immer so weit. Irgendwann denken die Menschen doch nach und hinterfragen und dann kommt es zu einem Wendepunkt. Das geschieht auch in „Silo“ auf, wie ich finde, glaubwürdige und ein Wenig vorhersehbare Weise. Auf gesellschaftskritische Art und Weise bekommt der Leser vor Augen geführt, wie schnell so eine scheinbar funktionierende Welt kaputt gehen kann. Wie schnell alles in Krieg versinken kann und leider auch, wie sehr soetwas manchmal nötig zu sein scheint.
„Unser Silo hatte einen schlechten Tag. Mehr hat es nicht gebraucht“ – Seite 320
 Das ist der einzige Aspekt des Buchs, der mir nicht so sehr gefällt. Ist dieser Krieg im Silo wirklich nötig?
„Und selbst wenn das Schicksal uns gegen unseren Willen irgendwo hinverpflanzt hat, dann können wir dort noch immer aus eigener Kraft entscheiden, was wir tun. […] Unser Tun bestimmt, was wir sind.“ – Seite 396

Ich habe lang überlegt ob ich dem Buch 4 oder 5 Sterne geben soll. Für mich hätte das Buch auch mit etwas weniger Toten funktioniert aber irgendwie passt es halt doch und so gebe ich 5 von 5 Sternen, weile s einfach in sich stimmig ist. 

Hier gelangt ihr zur kostenlosen Leseprobe: klick
Am 11.08.2014 erscheint Teil 2 „Level“. Hier gehts zu weiteren Infos: klick
Hugh Howey ist Autor der preisgekrönten Molly-Fyde-Saga und der
WOOL-Serie in der New York Times und in USA Today. WOOL OMNIBUS gewann
Kindle Book Review’s 2012 Indie Book of the Year Award und wurde in 17
Sprachen übersetzt. Howey lebt mit seiner Frau Amber und ihrem Hund
Bella in Jupiter, Florida. Wenn er nicht gerade schreibt, liest oder
fotografiert er.

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