Fabian Sixtus Körner – Journeyman [Rezension]

Titel: Journeyman
Autor: Fabian Sixtus Körner
Genre: Reisebericht
Erscheinungsjahr: 2013
Verlag: Ullstein
Seiten: 288
erhältlich als: Broschiert, E-Book

„Wie kommt man einmal um die Welt, mit nur 255 Euro auf dem Konto? Fabian Sixtus Körner schnappt sich seinen Rucksack und macht sich auf ins Ungewisse. Sein Plan: alle Kontinente dieser Erde bereisen – und überall für Kost und Logis arbeiten. Ohne Reiseroute und feste Jobs, nur mit dem Drang nach Freiheit und grenzenlosem Optimismus im Gepäck. In seinem mitreißenden Reisebericht erzählt Körner von Hahnenkämpfen in Santo Domingo, permanenten Abschieden, Modelwettbewerben in Malaysia, von Kulturschocks und Gastfreundschaft. Er legt Tausende von Kilometern in Fliegern, Zügen, Bussen, löchrigen Booten und Rikshas zurück und arbeitet dabei mal als Grafiker, mal als Architekt oder Fotograf. Zwei Jahre und zwei Monate, über 60 Orte, querweltein.“
[Quelle:klick]

„Journeyman“ entdeckte ich zufällig auf Vorablesen und war von der Leseprobe direkt begeistert. Fabian Sixtus Körner macht genau das, was sehr viele Menscchen gerne tun würden, die meisten sich aber nicht trauen: Eine Weltreise ohne finanzielle Absicherung. Nach seinem Architektur-Studium denkt er sich „Jetzt oder nie“, kündigt kurzerhand seine Wohnung, zieht mit so wenig Besitztümern wie möglich in ein heruntergekommenes Zimmer, kratzt seine letzten 255,- € zusammen und wagt den Schritt in die weite Welt. 

„Ich mag es nicht, wenn mir so etwas passiert, wenn ich die Kontrolle verliere. Ich schäme mich. Ich bin Gast in diesem Land und maße mir an, über die hiesige Kultur und Lebensweise zu urteilen. Nur weil ich etwas nicht verstehe, muss es nicht schlecht sein. Ich verstehe die Mathematik auch nicht, würde aber nie behaupten, dass sie wertlos ist.“

Doch nicht völlig ohne Plan soll das ganz vonstatten gehen. Inspiriert von der Walz, in der Gesellen nach ihrer Ausbildung für Kost und Logis auf Wanderschaft gehen, stellt er sich Regeln auf. Er nennt seine Reise „Designwalz“ und möchte auch nur für Kost und Logis arbeiten, am besten in Berufen die seinem ähnlich sind. Fabian erhofft sich dadurch Erfahrung im Architektur/Design-Bereich, möchte aber auch sein Hobby Fotografie weiter ausbauen und herausfinden, zu was er eigentlich bestimmt ist. Seine Reise soll sich also selbst finanzieren und das tut sie im Großen und Ganzen auch. 

Ich finde es sehr bemerkenswert wenn jemand den Mut dazu hat bei seinem Leben auf die Pause-Taste zu drücken, alles hinter sich zu lassen und die Welt zu bereisen. Dies dann noch ohne finanzielle Absicherung in Form von Angespartem etc. zu tun macht das Ganze in meinen Augen zu einer Gratwanderung zwischen Mut und Verrücktheit. 

Ich würde sehr gerne auch solche Reisen erleben, weiß aber nicht ob ich mich völlig von dem Gedanken befreien könnte, dass ich im Notfall keine Absicherung habe. Was ist wenn man beklaut wird? Wenn man einen Unfall hat? Was macht man wenn alles schief geht und man ohne Wohnung da steht? Kann man sein Leben nach so einer Reise einfach so fortführen, wie man es zurückgelassen hat? Will man das überhaupt? Was ist mit sozialen Kontakten vor der Reise, was mit Beziehungen? 

All diese Fragen beantwortet Fabian Sixtus Körner mit einer Leichtigkeit, die ich bewundernswert finde. Sein Schreibstil lässt den Leser glauben, er sei live dabei. Wer hierbei kein Fernweh bekommt muss verrückt sein. 

Für mich als Hobby-Fotograf besonders interessant war, dass an einigen Stellen des Buchs Fotos abgebildet sind, die Fabian auf seiner Reise geschossen hat. Das macht die ganze Erzählung noch viel realer, auch wenn man weiß dass alles auf einer echten Reise beruht. Ich konnte mich dadurch noch besser in „Journeyman“ hineinfinden. 

Ein besonderes Feature, womit ich zuvor gar nicht gerechnet hatte, sind QR-Codes, die nach jedem Kapitel und zum Teil auch dazwischen eingefügt sind. Diese scannt man einfach mit dem Handy und schon kommt man zu Videos von Fabian, in denen man noch mehr Einblick in diese wunderbare Weltreise bekommt. Das muss man wirklich gesehen haben!

Ich bin wahrlich begeistert von „Journeyman“ und würde am liebsten sofort meine eigenen Koffer packen! Jedem, der interessiert ist an Reisen und auch an Fotografie, lege ich dieses Buch sehr ans Herz und hoffe ich konnte den ein oder anderen von euch zum Lesen motivieren.

Ich vergebe sehr sehr gerne mit ziemlichem Fernweh im Herzen 5 von 5 Sternen!

Ich möchte mich hiermit auch ganz herzlich bei Ullstein und bei Vorablesen für das Rezensionsexemplar bedanken! 

2 Gedanken zu „Fabian Sixtus Körner – Journeyman [Rezension]

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