Teri Terry – Gelöscht [Rezension]

Titel: Gelöscht
Autor: Teri Terry
Genre: Roman | Dystopie
Erscheinungsjahr: 2013
Verlag: Coppenrath
Seiten: 431
erhältlich als: Hardcover, E-Book

„Kylas Gedächtnis wurde gelöscht, ihre Persönlichkeit ausradiert, ihre Erinnerungen sind für immer verloren. Kyla wurde geslated. Aber die Stimmen aus der Vergangenheit lassen die Sechzehnjährige nicht los hat sie wirklich unschuldige Kinder bei einem Bombenanschlag getötet? Zählte sie zu einer Gruppe von gefährlichen Terroristen? Und warum steht ein Bild von ihr auf einer geheimen Webseite mit vermissten Kindern?
Kyla wird immer wieder von Flashbacks aus ihrem früheren Leben eingeholt und merkt allmählich, dass ihre wahre Identität ein großes Geheimnis birgt. Gemeinsam mit Ben, einem anderen Slater, in den sie sich verliebt, begibt sie sich auf die Suche nach der Wahrheit doch wem kann sie überhaupt noch vertrauen?“
[Quelle:klick]

Dieses Buch ist mir schon bei einigen Bloggern begegnet und stets positiv aufgefallen. Nachdem ich dann noch eine Leseprobe verschlungen hatte musste ich es mir einfach zulegen und sofort lesen. Für die 431 Seiten habe ich aufgrund von Zeitmangel ein Bisschen länger gebraucht, was aber ganz und gar nicht daran lag, dass es mich nicht gefesselt hätte – ganz im Gegenteil! Am liebsten hätte ich „Gelöscht“ am Stück durchgelesen.

Wir erleben mit Kyla zusammen ihre „Wiedergeburt“ in einem Krankenhaus denn Kyla wurde geslatet. Das bedeutet, dass ihe Persönlichkeit sowie ihre Vergangenheit komplett gelöscht wurde. Dieses „Slaten“ ist eine Strafe für jugendliche Gewalttäter und Verbrecher und soll ihnen zu einem neuen Leben verhelfen.

Die geslateten Jugendliche müssen alles neu erlernen. Sie bekommen eine neue Familie zugewiesen, müssen wieder laufen und sprechen lernen und all ihr Wissen beruht nur auf Theorie-Unterrich, den die Slater in der Krankenhaus-Schule mitmachen müssen. Und bei allem, was auf die Slater zukommt sind sie nie allein: Rund um die Uhr werden sie überwacht, all ihre Handlungen dokumentiert und sie tragen ein Levo am Handgelenk. Eine Uhr, die ihre Gemütsstimmung erfasst und die Slater wortwörtlich ausschaltet, wenn sie zu aggressiv werden und damit sich selbst oder andere in Gefahr bringen.

So besteht das Leben eines Slaters hauptsächlich aus der Anpassung an die Gesellschaft und dem ständigen Versuch, alle Emotionen zu unterdrücken und extreme Gefühle durch „Happy Juice“, einem Mittel dass ihr Levo-Level im Normalbereich hält, abzuschwächen. Ein ständiger Balance-Akt zwischen dem normalen Leben eines Teenagers und dem Tod, der immer unterschwellig mit dabei ist.

Sehr schnell wird klar, dass Kylas Levo nicht so funktioniert wie es soll und das irgendetwas an ihr anders ist. Sie hat immer wieder Flashbacks – Erinnerungsfetzen oder doch nur Träume, die ihr Unterbewusstsein zusammenspinnt? Vieles kommt Kyla komisch vor und sie ist ihrer Entwicklung stets einen Schritt voraus, was sie jedoch ganz schön in Gefahr bringt.

Ich konnte mich sehr gut in Kyla hineinversetzen; kann ich es mir doch auch überhaupt nicht vorstellen wie ein Leben ohne die eigene Vergangenheit und unter ständiger Kontrolle sein muss. Auch Kyla gefällt es nicht kontrolliert zu werden und so versucht sie Wege zu finden, die Menschen um sie herum auszutricksen. Als sie in dem Slater Ben einen Verbündeten findet wird jedoch alles gleichzeitig schöner und gefährlicher und das Buch nimmt sehr an Fahrt auf.

„Gelöscht“ lässt schon zu Beginn Spannung aufkommen und war für mich zu keiner Zeit langweilig. Die kreative Kyla war mir von der ersten Seite an sehr symphathisch, ich war sofort in der Geschichte gefangen und kann es kaum erwarten, die Fortsetzung lesen zu können. Diese erscheint wenn ich mich nicht täusche aber erst in 2014.

Die Anziehungskraft zwischen Kyla und Ben ist ein Wenig vorhersehbar, eben Teenager die eine Gemeinsamkeit haben und sich ineinander verlieben. Jedoch war es keineswegs kitschig und übertrieben sondern unterschwellig und sanft, was ich sehr passend finde weil diese Liebesgeschichte ja nicht im Vordergrund der Handlung steht. Sie verleiht dem Handlungsstrang jedoch eine weitere interessante Facette.

Ich hätte mir noch ein Wenig mehr Information darüber gewünscht, wie es dazu gekommen ist, dass die Gesellschaft Verbrecher slaten lässt und ob dies in der ganzen Welt geschieht etc.. Eben mehr Dystopie-Background. Aber ich kann mir vorstellen, dass das in der Fortsetzung noch weiter aufgeklärt wird und ich bin sehr gespannt darauf!

Da mich „Gelöscht“ wirklich begeistert hat vergebe ich hier sehr gerne 5 von 5 Sternen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.