Emma Donoghue – Raum [Rezension]

Titel: Raum
Autor: Emma Donoghue
Genre: Roman
Verlag: Piper
Erscheinungsjahr: 2012
Seiten: 416
erhältlich als: Hardcover, Taschenbuch, E-Book

„Für Jack ist Raum die ganze Welt. Dort essen, spielen und schlafen er und seine Ma. Jack liebt es fernzusehen, denn da sieht er seine »Freunde«, die Cartoonfiguren. Aber er weiß, dass die Dinge hinter der Mattscheibe nicht echt sind – echt sind nur Ma, er und die Dinge in Raum. Bis der Tag kommt, an dem Ma ihm erklärt, dass es noch eine Welt da draußen gibt und dass sie versuchen müssen, aus Raum zu fliehen…“

Raum erzählt eine Geschichte die mit absolut nichts zu vergleichen ist, was ich bisher gelesen habe. Wenn man sich für dieses Buch entscheidet sollte man sich bewusst sein, dass es sich hierbei um keine leichte Kost handelt. Das Thema ist an sich schon so ergreifend und die Erzählweise der Autorin Emma Donoghue ist so rührend, dass es mir oftmals die Tränen in die Augen getrieben hat. Ich kam an einigen Stellen an den Punkt, das Buch weglegen zu müssen und in mich zu gehen, da es wirklich eine ganz spezielle Wirkung auf mich hatte. 

Emma Donoghue erzählt die Geschichte aus der Sicht des kleinen Jack. Für ihn ist die Welt 14 Quadratmeter groß und wird in der kindlichen Naivität simpel „Raum“ genannt. Er wird auch mit 5 Jahren noch von seiner Mutter – „Ma“ genannt – gestillt und glaubt die Fernsehsender zeigen andere Planeten. Die Nächte verbringt er in einem Schrank, da seine Mutter ihn vor ihrem Entführer zu verstecken versucht. Doch alles verändert sich für Jack, als ihm eröffnet wird dass er nur im „Drinnen“ lebt und es im „Draußen“ noch so viel mehr zu entdecken gibt. 
[ACHTUNG: ab hier bitte nur lesen wenn ihr das Buch schon kennt/es nicht mehr lesen wollt!]
Beim Lesen hat mich besonders geschaudert und schockiert, dass der kleine Jack seine beengte Welt liebt und am liebsten überhaupt nichts an seiner Gefangenschaft ändern möchte. Auch als die Flucht gelungen ist treibt es ihn zurück in sein altes Heim und er wünscht sich seine liebsten Gegenstände aus dieser Hölle zurück. 
Die gesamte Lesedauer über verließ mich dieses beklemmende Gefühl nicht, dem Jungen ein besseres Leben bieten zu wollen und der Wunsch, dass es ihm endlich klar wird wie wundervoll die wahre Welt ist. In meinem Kopf hämmerte ständig dieser Gedanke, er müsste doch endlich erkennen dass ihm alle Wunder dieses Lebens genommen wurden. Dieser innere Schrei hat mich von der ersten bis zur letzten Seite nicht losgelassen, das Buch aber gleichzeitig so frustrierend wie faszinierend gemacht.

Ich vergebe gerne 5 von 5 Sternen für „Raum“ und spreche eine Leseempfehlung aus für Leser, die auch mit belastenden Themen zurechtkommen.

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Habt ihr „Raum“ schon  gelesen? Wie findet ihr es? Würdet ihr es lesen?

 

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